Buchprojekt · Tanya Karrer
Die Enkelin packt aus
Ein Roman über eine Frau, die sich in einer Zeit der Umbrüche behauptet — basierend auf wahren Personen und Begebenheiten.
Das Buch
Wien, 1947. Langsam kehrt wieder Leben in die kriegsversehrte Stadt ein. Just am Tag, als das Restaurant zur Linde wiedereröffnet werden soll, beobachtet Lore aus ihrem Versteck, wie ihr Liebhaber, der illustre Wirt Josef, verhaftet wird. Obwohl sie die Welt bereisen wollte, schmeisst sie nun an seiner statt die Wiener Traditionsstätte. Bis ihr Stefan begegnet. Der jüdische Tuchhändler, eben aus dem Exil zurückgekehrt, will nur wieder fort aus der Stadt und weg von den Menschen, die ihm einst so übel zugesetzt hatten. Wird Lore mit ihm ziehen? Oder sich für Josef, den Vater ihres im Bauch heranwachsenden Kindes, entscheiden?
Lore basiert auf der Geschichte meiner Grossmutter und ihrer Zeitgenoss:innen, ist aber schlussendlich Fiktion.
«Eine Spurensuche zwischen Wien, Montreux und Buenos Aires – und das Porträt einer aussergewöhnlichen Frau, deren Leben voller Widersprüche und Überraschungen war.»
Die Geschichte
Der Roman bewegt sich zwischen zwei Zeitebenen und drei Erzählperspektiven: Lore, Josef und Stefan. Alle verbinden sich in der Figur von Lore zu einem eindringlichen Porträt.
Europa am Vorabend des Krieges. Stefan wird als Jude in Wien schikaniert und verfolgt. Als sein Leben am seidenen Faden hängt, rettet ihn ein Unbekannter. Gemeinsam mit seinem Bruder flieht er aus Wien. Ihr Ziel: Peru.
Doch sie werden das Land nie erreichen. Stattdessen landen sie in einem italienischen Konzentrationslager. Heimlich solidarisieren sie sich mit den Partisanen. Als die Nationalsozialisten auch in Italien die Macht an sich reissen, beginnt eine spektakuläre Flucht über die Alpen in die Schweiz.
Was für eine Chance! Josef Lehner, der charismatische Wirt der berühmten „Linde“, nimmt die blutjunge Lore als seine rechte Hand unter seine Fittiche. Schon bald ist er von ihrer Klugheit beeindruckt - und verliebt sich in sie. In den dunklen Nächten des Krieges kommen sie sich immer näher.
Endlich: Der Krieg ist vorbei – Wien baut auf. Zur grossen Ausstellung darf auch die „Linde“ wieder öffnen. Doch die Lebensmittel sind noch immer rationiert. Lore und Josef setzen alles daran, ihren Gästen wieder „friedensmässige“ Speisen aufzutischen.
Just am Eröffnungstag holt Josef die Vergangenheit ein – er wird verhaftet. Lore übernimmt die Führung der "Linde". Ihr Traum, die Welt zu erkunden, lässt sie jedoch nicht los.
In Montreux muss sie eine Entscheidung treffen: Kehrt sie nach Wien zum Vater ihres noch ungeborenen Kindes zurück oder folgt sie Stefan, ihrer grossen Liebe, nach Buenos Aires?
Die Autorin
Tanya Karrer ist die Enkelin von Lore. Was als persönliche Spurensuche begann — das Durchforsten von Briefen, alten Fotos und Familiengeschichten — wurde zu einem Herzensprojekt: der Roman, den Lore selbst nie schreiben konnte.
Mit sorgfältiger Recherche und literarischer Sensibilität erweckt Karrer ihre Grossmutter und deren Zeit zum Leben. Dabei bewegt sie sich stets auf dem schmalen Grat zwischen historischer Treue und erzählerischer Freiheit.
Der Roman ist ihr erstes Buch und ein zutiefst persönliches Zeugnis — für Lore, und für all jene, die ähnliche Geschichten in ihren Familien tragen.
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