Lore – Buchcover

Buchprojekt · Tanya Karrer

Lore

Die Enkelin packt aus

Ein Roman über eine Frau, die sich in einer Zeit der Umbrüche behauptet — basierend auf wahren Personen und Begebenheiten.

Tanya Karrer


Ein Neuanfang voller Entscheidungen

Buchcover Lore
Roman · Historische Fiktion Erscheint demnächst

Wien, 1947. Langsam kehrt das Leben in die kriegsversehrte Stadt zurück. Just an dem Tag, an dem das Restaurant „Zur Linde" wiedereröffnet werden soll, muss Lore mitansehen, wie ihr Liebhaber Josef, der illustre Wirt des Wiener Traditionshauses, verhaftet wird.

Obwohl sie stets davon träumte, die Welt zu bereisen, übernimmt sie nun an seiner Stelle die Leitung des Restaurants. Doch dann begegnet sie Stefan. Der jüdische Tuchhändler, eben aus dem Exil zurückgekehrt, will nur wieder fort aus der Stadt und weg von den Menschen, die ihm einst so übel zugesetzt hatten.

Wird Lore mit ihm gehen? Oder wird sie sich für Josef, den Vater ihres ungeborenen Kindes, entscheiden?

Lore basiert auf der Geschichte meiner Grossmutter und ihrer Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, ist jedoch letztlich ein Werk der Fiktion.

«Eine Spurensuche zwischen Wien, Montreux und Buenos Aires – und das Porträt einer aussergewöhnlichen Frau, deren Leben voller Widersprüche und Überraschungen war.»

Wien - Montreux - Buenos Aires

Drei Perspektiven, eine Geschichte: Lore, Josef und Stefan erzählen von Liebe, Verlust und den Chancen eines Neuanfangs.

1938

Europa am Vorabend des Krieges. Stefan wird als Jude in Wien schikaniert und verfolgt. Als sein Leben am seidenen Faden hängt, rettet ihn ein Unbekannter. Gemeinsam mit seinem Bruder flieht er aus Wien. Ihr Ziel: Peru.

Doch sie werden das Land nie erreichen. Stattdessen landen sie in einem italienischen Konzentrationslager. Heimlich solidarisieren sie sich mit den Partisanen. Als die Nationalsozialisten auch in Italien die Macht an sich reissen, beginnt eine spektakuläre Flucht über die Alpen in die Schweiz.

1939

Was für eine Chance! Josef Lehner, der charismatische Wirt der berühmten „Linde", nimmt die blutjunge Lore als seine rechte Hand unter seine Fittiche. Schon bald ist er von ihrer Klugheit beeindruckt - und verliebt sich in sie. In den dunklen Nächten des Krieges kommen sie sich immer näher.

1947

Endlich: Der Krieg ist vorbei – Wien baut auf. Zur grossen Ausstellung darf auch die „Linde" wieder öffnen. Doch die Lebensmittel sind noch immer rationiert. Lore und Josef setzen alles daran, ihren Gästen wieder „friedensmässige" Speisen aufzutischen.

Just am Eröffnungstag holt Josef die Vergangenheit ein – er wird verhaftet. Lore übernimmt die Führung der "Linde". Ihr Traum, die Welt zu erkunden, lässt sie jedoch nicht los.

In Montreux muss sie eine Entscheidung treffen: Kehrt sie nach Wien zum Vater ihres noch ungeborenen Kindes zurück oder folgt sie Stefan, ihrer grossen Liebe, nach Buenos Aires?


Historischer Hintergrund

Der Roman ist Fiktion — aber er wächst aus einem Boden echter Orte, Ereignisse und Menschen. Hier einige der historischen Ankerpunkte, die die Geschichte tragen.

"Zur Linde" - das älteste Restaurant Wiens

Das Restaurant "Zur Linde" an der Rotenturmstrasse gilt als eines der ältesten Restaurants von Wien. Es soll um 1435 gegründet worden sein. Zur Zeit, als Lores Geschichte spielt, war es riesig. Es hatte einen Hauptsaal unter einer ausladenden Glaskuppel, dazu zahlreiche Nebensäle und ein mit Trophäen geschmücktes Jagdzimmer. Über eine Treppe gelangte man zum gewölbten Lindenkeller, der ebenfalls Teil des Restaurants war. Die Linde hatte damals um die sechzig Angestellte und Plätze für viele hundert Gäste. Bekannte Musiker, Künstler, Dichter, Schauspielerinnen und Staatsoberhäupter gaben sich hier die Klinke in die Hand. Während des Zweiten Weltkriegs diente die Linde zuerst den Politikern, dann den Alliierten als Quartier. Von 1876 bis zum Tod Josef Lehners in den 1980ern befand sich das Restaurant im Besitz der Familie Lehner.

Das Restaurant zur Linde in Wien um 1910
Das Restaurant zur Linde in Wien um 1910

Weiterführende Infos:

Wien Wiki Rotenturmstrasse 12

Restaurant Lindenkeller

Jüdisches Exil & Flucht

1947 traf der erste Rücktransport von Kriegsgefangenen in Wien ein. Auch einzelne österreichische Juden, die vor und während des Kriegs aus dem nationalsozialistischen Wien geflüchtet waren, wagten vorsichtig eine Rückkehr nach Österreich. Stefan Zweig (ein Cousin des gleichnamigen Schriftstellers), war einer von ihnen. 1938 war er vor den österreichischen Nationalsozialisten nach Mailand geflohen, wo er verhaftet und ins Konzentrationslager Alberobello (Casa Rossa) gebracht wurde. Später versetzte man ihn ins Internierungslager von Breganze, aus dem er 1943 entkommen konnte. Mit Hilfe aus der Schweiz gelangte er während einer dreimonatigen Flucht über die Berge ins Tessin. In der Schweiz wurde er wiederum zivilinterniert. Nach dem Krieg kehrte er kurz nach Wien zurück, konnte aber "keinen Boden mehr fassen" und wanderte nach Argentinien aus. In den 1960er Jahren heiratete er Eleonore Kandl und liess sich in Zürich nieder.

Archive und Quellen:

Arolsen Archives, International Center on Nazi Persecution

Archiv für Zeitgeschichte (ETH Zürich), Nachlass Edith Zweig

Hotel Victoria in Glion

Von Montreux Territet geht es mit der Zahnradbahn hoch nach Glion. Dort thront seit 1869 das Hotel Victoria mit unglaublichem Blick über den Genfersee. Noch heute fühlt man sich in die Zeit der Belle Epoque zurückversetzt. Eleonore Kandl arbeitete 1948 als Buchhalterin im Victoria. Für Lore stellt die Zeit in Glion/Montreux einen Wendepunkt dar.

In Glion verkehrten viele prominente Personen: Kaiserin Elisabeth (Sisi), der österreichische Maler Oskar Kokoschka oder der Schweizer Künstler Giovanni Giacometti. Auch Max Frischs Roman "Stiller" spielt teilweise in Glion.

Caux

Noch etwas höher als Glion liegt Caux, einst ein mondäner Touristenort. Bis heute bekannt ist das Caux Palace. Nach dem Zweiten Weltkrieg formierte sich hier die Stiftung Caux Initiativen der Veränderung , mit dem Ziel Europa und die Welt wieder zu vereinen.

Nur ein paar Schritte weiter oben und von der Geschichte beinahe vergessen, steht das einstige Grand Hôtel de Caux. Hier verbrachte Kaiserin Sisi von Österreich unter einem Pseudonym ihre letzte Nacht, bevor sie am 10. September 1898 in Genf ermordet wurde.


Tanya Karrer

Tanya Karrer

Tanya Karrer ist die Enkelin von Eleonore Kandl. Was als persönliche Spurensuche begann — das Durchforsten von Briefen, alten Fotos und Familiengeschichten — wurde zu einem Herzensprojekt: der Roman, den Lore selbst nie schreiben konnte.

Mit sorgfältiger Recherche und literarischer Sensibilität erweckt Karrer ihre Grossmutter und deren Zeit zum Leben. Dabei bewegt sie sich stets auf dem schmalen Grat zwischen historischer Treue und erzählerischer Freiheit.

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